Jerusalem war eine große und wunderschöne Stadt. Da gab es viel zu sehen. Jesus und seine Jünger wollten in den Tempel, gemeinsam mit den vielen anderen Pilgern die zum Passafest in die Stadt gekommen waren.

Der Tempel in Jerusalem war groß und beeindruckend. Wenn man durch die Eingangstore an der Außenmauer hinein ging, kam man zunächst in den äußeren Vorhof.Hier konnten die Tempelbesucher ihr Geld in Tempelmünzen eintauschen, die auch als „heiliges Geld“ galten, nur diese durften in die Opferstöcke gelegt werden. Im Inneren des Tempels gab es dann das „Heilige“, wo die Gottesdienste stattfanden, und das „Allerheiligste“, in welches nur die Priester hinein durften. Im äußersten Hof standen überall Händler mit ihren Tischen und Ständen. Sie verkauften Tauben, Schafe, Ziegen und andere Tiere, die man im Tempel als Opfer bringen konnte. 

Jesus und seine Jünger kamen in den Tempel. Jesus wollte im Tempel beten, aber bevor sie in den Tempel gehen konnten, mussten sie erst einmal den äußeren Vorhof überqueren.

Hier ging es laut und chaotisch zu. Die Schafe blökten, die Tauben gurrten, die Rinder schrien laut. Einer der Händler rief: „Kauft meine Tiere, sie sind die allerbesten!“
Jemand zog Jesus am Gewand: „Shalom, Fremder! Möchtest du Geld wechseln?“ „Nein“ sagte Jesus.
„Lasst mich bitte durch, ich will beten.“ Aber niemand hörte ihn. „Lasst mich durch“ sagt Jesus lauter. „Ich will beten!“
„Herr, seht meine schönen Tauben an, wäre dies nichts für dich?“ sagte ein anderer Händler und hielt Jesus seine Taube direkt vors Gesicht.
„Genug!“ schrie Jesus da mit lauter Stimme. „Gott hat gesagt: Mein Tempel soll ein Ort sein, an dem die Menschen beten! Ihr habt aus dem Bethaus eine Räuberhöhle gemacht!“  
Die Händler schauen Jesus irritiert an. Manche lachen. Da wurde Jesus wütend. Er warf den Tisch des Taubenhändlers um. Die Münzen rollten über den Boden und die Tauben flatterten in die Luft, froh über ihre neue Freiheit.

Und Jesus war die Tische der Geldwechsler und die Stände der Händler um. "Ihr betet nicht, und denkt nur an euer Geld! Raus mit euch! Raus aus diesem Tempel!“ rief er und er warf die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel.

"So darf das nicht sein! Gottes Haus ist ein Ort des Friedens und der Gerechtigkeit! Ein Haus zum Beten!" rief Jesus laut. Die Händler und Geldwechsler hatten es nun eilig, sie sammelten schnell ihr Geld ein, nahmen ihre Tiere, und verschwanden aus dem Tempel. Es wurde immer ruhiger im äußeren Vorhof von Jerusalem. Viele Menschen schauten betreten drein, andere lächelten Jesus an und flüsterten miteinander. Jesus ging mit seinen Jüngern weiter in den Tempel hinein um zu Beten.

Als Jesus und seine Freunde nicht mehr zu sehen waren, steckten die obersten Priester die Köpfe zusammen. Sie waren empört über Jesus. „Dieser Jesus verdirbt uns das Geschäft!“ flüsterten sie. Wenn niemand mehr Geld wechselt und niemand mehr Opfertiere kauft – was machen wir denn dann?" Am liebsten hätten sie Jesus getötet. Aber das ging nicht, denn im Tempel gab es zu viele Leute die Jesus gut fanden und das nicht zugelassen hätten. Aber von da an suchten sie nach einer Möglichkeit, Jesus zu töten.

 (nach Lukas 19,45-48)

 

"Was beeindruckt dich an der Geschichte?"

Ich habe eine unserer Presbyterinnen gefragt. Sie sagte: "Dass Jesus so mutig war. Es war sehr mutig von Jesus, Unrecht so offen anzusprechen. Und er hat sich damit Feinde gemacht."

Die Geschichte, die auch unter dem Titel "die Tempelreinigung" bekannt ist, kann uns Mut machen zu unserem Glauben zu stehen.